Evangelische Kirche
Harxheim / Gau-Bischofsheim

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Harxheimer ev. Kirche

Gemeindebriefe      

Gemeindebrief 4/2018
Dezember 2018 bis
Februar 2019




"Machet die Tore weit ..." (Psalm 24,7)

 

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!“ Wer kommt da? Wer ist das? Wem sollen wir Tür und Tor –und nicht zuletzt auch die Herzenstür- öffnen? Gegenfrage: Wem würden wir sie denn
gerne öffnen, alle Türen, freudig, und den roten Teppich ausrollen? Am liebsten doch dem Geld, oder? Von ihm erwarten wir doch Heil und Leben, wenigstens mal Glück und Freude. Große Investitionen, das reiche Erbe, der Lottobote, 20% Gewinn bei einer Anlage, ganz ohne Risiko.
„Willkommen, ja, hurra! Macht dafür die Tore weit auf!“

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehreneinziehe!“ Wer kommt da? Der König der Ehre? Wer soll das denn sein? Gerne öffnen wir auch unsere Tore, ja reißen ab, wo Schloss und Riegel vor (EG 7,1): Wenn da ein Star kommt und ein bisschen vonseinem Glanz fällt in unser kleines Leben, auch wenn da ein uns sehr angenehmer
Mensch freundlich lächelt und Hoffnung und Vorfreude regen sich. Und wir merken gar nicht: Da will jemand nur unsere Bewunderung -im besten Falle, ansonsten nur unser Bestes –unser Bargeld nämlich. „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehren einziehe!“ Der hat Ehre. Er kommt nicht, weil er etwas für sich will. Er kommt, um uns etwas zu schenken. „Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen
(weiß der Lateiner)“, weil es ein trojanisches Pferd sein könnte. Wo ist der Haken? Was steht im Kleingedruckten? Es ist der König der Ehre. Seine Ehre ist: Uneigennützig helfen, nichts für sich selbst wollen, in Ordnung bringen, Dinge gerade biegen. Warum tut er das? „Um seines Namens willen“ (Psalm23,3). Man soll ihn preisen, und zwar mit Recht. Sein Name soll mit Freude, Anerkennung und Respekt genannt werden. Das ist ihm wichtig.
Wir sind misstrauisch. Umsonst ist der Tod, und der kostet das Leben. „Machet die Tore weit…“ –der ruft ja nicht selbst, dieser König der Ehre, der kommt mit Gefolge. Die rufen für ihn. Offensichtlich hat er ein zahlreiches, begeistertes Gefolge. Werfen wir durch den Spion einen Blick: Das sind doch die, die blind und lahm und elend gewesen sind (EG 250,2)? Das arme
Volk…die im Dunkeln sah man nicht… Da sind sie, an seiner Seite, aufrecht, edel anzusehen. „Wer ist der König der Ehre?“ „Es ist der Herr Zebaoth; er ist der König der Ehre.“ (Psalm 24,10). Das ist der Oberbefehlshaber
der himmlischen Heerscharen. Er könnte also auch mit Streitmacht
kommen. Tut er aber nicht. Er kommt in friedlicher Absicht, uneigennützig, uns zugut. Will seine Regierung, wie sie doch im Himmel funktioniert, auch zu uns auf die Erde, in unser Land, unsere Gemeinde, unsere Familie, unser Herz bringen. Um da zu stabilisieren und aufzurichten –nicht mit Gewalt, sondern sanftmütig, barmherzig, gerecht. Er will unsere Not zum Ende bringen. Er –der es kann, der es will –für uns, die wir das bitter nötig
haben. Sie klopfen ans Tor. Sie kommen in friedlicher Absicht –um etwas zu bringen. „Der Heil und Leben mit sich bringt“ (EG 1,1), dass es gut wird in meinem Leben und lebendig, und ich kann Lebensfreude spüren. Darum: Jauchzen! Wann haben Sie das letzte Mal gejauchzt? Kinder tun das. Wenn Deutschland Fußballweltmeister wird, tut es mancher. In der Liebe? Jauchzen wird durch Freude ausgelöst. Darum geht es –Freude und Erleichterung! Heil und Leben spüren, ja, schmecken und genießen. „Guuuut!“ –und Jauchzen! Na, dann mach‘ doch endlich das Tor auf, deine Herzenstür, dass der König der Ehreeinziehe und sein gutes Werk an dir
tue. Das ist nur gut und löst Freude aus. Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete, fröhliche Advents- und Weihnachtszeit.

Ihr Pfarrer Stephan Sunnus

Zum Titelbild:

Wie male ich einen König, der einzieht? Leibhaftig? Hoch zu Ross? Das
geht nicht. Zumal: er ist ja auch gar nicht ein leibhaftiger König. Er ist ein
König der Ehre! Als sichtbares Zeichen seiner Würde könnten wir uns etwas
doch wohl gut vorstellen: er trägt eine Krone. Diese Krone muss dem Anlass
entsprechend prunkvoll sein. Wie auch in früheren Epochen der Malerei
wird dies (beispielsweise in Heiligenbildern) mit der Farbe Gold dargestellt
(in meinem Bild mit Goldbronze).

 

Gerhard Hust



Titelbilder zu den Gemeindebriefen - gemalt von G. Hust

  Segnender ChirstusGb 09/2015 Maria Magdalena  Johannes der Täufer
 

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