Evangelische Kirche
Harxheim / Gau-Bischofsheim

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Harxheimer ev. Kirche

Gemeindebriefe      

Gemeindebrief 1/2019
April bis
Juni 2019




"Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?" (Psalm 8,5)

 

Was ist der Mensch? Was für eine Frage!
Man kommt so ins Sinnieren. Das ist ein weites Feld… Sehen wir uns in der Welt um –man könnte verzweifeln. Die einen, so viele, viel zu viele, leben in größtem Elend unter unsäglichen Bedingungen. Die anderen in unglaublichem Luxus. Was ist der Mensch? Wie geht er mit seinesgleichen um? Weitgehend gleichgültig
und mit Achselzucken. Und das ist noch das Bessere! Was Menschen einander antun
–Gewalttat- einfach nur schrecklich! Und diese Erde –wir kriegen sie schon noch kaputt! Was ist der Mensch? Eine aggressive Spezies, eigentlich nicht zu zähmen oder zu stoppen, und wir verstehen, warum es Gott leid tat, den Menschen erschaffen zu haben (1. Mose 6,6).
Was ist der Mensch? Eine Zellansammlung,
ziemlich empfindlich, ein Lebewesen unter vielen, Kreatur, Teil der Natur, ein kleiner Teil nur.

Was ist der Mensch? Himmelstürmend –unser Gehirn, dieses Wunderwerk, Wunderwerkzeug, hat sich ersonnen Schiffe und Flugzeuge, elektrischen Strom, Computer und Antibiotika, spaltet Atome, erschuf die Mona Lisa, Beethovens 9., zärtliche Liebesgedichte – und Atomwaffen, Folterwerkzeuge, Lüge und Hinterlist.
Was ist der Mensch? Wunderbar und schrecklich, schön und hässlich, zart und brutal, gedankenvoll – gedankenlos. Was für eine Bandbreite! Das Edelste und das Schlimmste. Und –wir sind alle vom selben Holz!
Was ist der Mensch, dass du, Gott, seiner gedenkst und dich seiner annimmst, dich freundlich ihm zuwendest, fürsorglich um ihn kümmerst? „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott“ (Psalm 8,6). Ja, Göttliches hat er in uns hinein gelegt. Wenn das nur erstrahlte! „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast (Vers 4): Was ist der Mensch?“ Klein. Winzig klein, ein Sandkörnchen in den unendlichenWeiten des Universums. Staune! Der dieses All erschaffen hat, beugt sich herunter zu uns klitzekleinen Wesen, voller Fürsorge und Freundlichkeit trotz aller (un-)menschlichen Monstrositäten. Nein, keine Sintflut schickt er mehr, kein Auslöschen des Menschengeschlechtes
ist geplant.
So klein wir sind, fliegt doch unser Geist an die Enden von Raum und Zeit, kommt der Unendlichkeit und dem Nichts nahe –und wir staunen! Der göttliche Funke, Gott hat ihn uns geschenkt, und wir ahnen Seine Größe und werden still und ehrfürchtig. Er gibt uns Richtung und Ziel und will in eine gute, in seine Richtung bringen, ja, kommt selbst in unserer Gestalt, Jesus Menschensohn, göttliches Wesen in einem von uns. Der zeigt uns,
wie damit umgehen, mit diesem wunderbaren Funken, der uns staunen macht und Selbsterkenntnis schenkt und uns auf einem guten Weg mitnimmt und wir funkeln, spiegeln Sein Licht. Was ist der Mensch? „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16). Einfach nur zum Staunen! Und –es dankbar annehmen!

Ihnen und Ihren Lieben eine gesegnete
Passions- und Osterzeit!

Ihr Pfarrer Stephan Sunnus

Zum Titelbild:

Dem Mann im roten Kleid am Rande einer Waldlichtung geht es eigentlich
gut. Seine finanzielle und wirtschaftliche Lage – weit über dem Durchschnitt.
Es ist ein frommer Mann mit einer lebendigen Beziehung zu Gott.
Aber diese Beziehung empfindet er in der letzten Zeit getrübt. Er spürt, dass
er vor Gott trotz allen Wohlstandes doch recht armselig dastehe. Aber er kennt Gott schlecht. Gott erinnert ihn im großen hellen Licht seiner Erscheinung,
dass er ihn wenig niedriger gemacht hat als Gott selbst. Der Mann im roten Kleid kann nun dankbar ausrufen: Großer Herr, wie herrlich ist dein Name!

 

Gerhard Hust



Titelbilder zu den Gemeindebriefen - gemalt von G. Hust

  Segnender ChirstusGb 09/2015 Maria Magdalena  Johannes der Täufer
 

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