Evangelische Kirche
Harxheim / Gau-Bischofsheim

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Harxheimer ev. Kirche

Gemeindebriefe      

Gemeindebrief 1/2018
März 2018 bis
Mai 2018




"Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, in der er verraten wurde, nahm er das Brot,

dankte, brach es und gab's seinen Jüngern."

 

Die Ruhe vor dem Sturm. Eine friedliche Szene. Alle sind sie noch einmal zusammen: Petrus, Johannes, Jakobus, der Jünger, den Jesus besonders gern mochte, und auch Judas ist dabei. Auch er empfängt von dem Brot. Aber innerlich hat er sich schon abgewandt. Seine
Entscheidung ist gefallen. Bald wird er gehen, Jesus an seine Feinde verraten und so den

Stein ins Rollen bringen. Die Ruhe vor dem Sturm.
Der Meister im Kreise seiner Jünger. Nur wenige Stunden später ist das Geschichte. Keine 24 Stunden später liegt Jesus im Grab. Keine 72 Stunden später erscheint der auferstandene Jesus in ihrer Mitte.

Aber dann ist alles ganz anders. Die Ruhe vor dem Sturm, der die Weltgeschichte in einer unglaublichen Weise beeinflusst hat und immer noch prägt. Im Auge des Sturms –da ist es ganz still. Drum herum toben schon die wilden Kräfte der Politik: Jesu Feinde unter den Anführern der Juden, die um ihre Machtposition bangen und ihn deswegen los sein wollen. Jesu
Anhängern unter den Aufrührern, die ihn als Führer im Aufstand gegen die Römer einsetzen wollen. Die Römer, die ihren Machtanspruch mit militärischer Gewalt durchsetzen. In diesen Wirbelsturm wird Jesus sehr
bald schon hineingeraten und darin umkommen. Aber gleichzeitig weht noch ein ganz anderer Wind.
Ein Aufwind, wenn wir so wollen, der wieder herausholt, was vom Wirbelsturm verschlungen wurde. Im Auge des Sturms, Jesus bricht das Brot, gibt es seinen Jüngern und sagt: „Nehmt und esst. Das ist mein Leib, für euch gegeben.“
Der Kelch mit dem Wein steht noch auf dem Tisch. Der steht für den neuen
Bund zwischen Gott und Mensch, gestiftet durch sein Blut, vergossen am Kreuz am nächsten Tag. Wir essen nicht sein Fleisch.
Er sitzt schließlich da und reicht Brot. Er gibt sich selber, sein Leben, alles, hin für seine Jünger. Und das bekommen sie: Ihn, seine Art, seine Liebe, seine Hingabe, das wird –wie Brot und Wein- zu einem Teil von ihnen.
Judas ist nicht ausgeschlossen. Auch wenn Jesus weiß, was er vorhat. Auch Judas kann dieses Brot aus der Hand des Meisters empfangen. Die Entscheidung liegt bei ihm. Er bringt den Stein ins Rollen und der Sturm bricht los. Keine 24 Stunden später hat er sich ausgetobt.
Die Stille nach dem Sturm. Jesus in derGrabhöhle. Totenstille. Die Jünger sind
geflohen, davongekommen, verängstigt, todtraurig, still. Was soll man auch sagen? Da fehlen ihnen die Worte. Keine 60 Stunden später –in diese Totenstille des Grabes hinein hat Gott seinen Odem geblasen. Derselbe Odem, den er am Anfang Adam in die Nase blies, und er wurde ein lebendiges Wesen (1. Mose 2,7). Leben von Gott –neuer, frischer, belebender Wind. Elia am Berg Horeb –Gott kam zu ihm in einem stillen sanften Sausen (1. Könige 19, 12), einem zarten Windhauch. Darin ist Gott selber mit seiner Macht und Kraft. Jesus lebt. Göttlicher Windhauch
in ihm. Wo er ist, ist Gott. Wo wir Abendmahl feiern, im Auge des Sturms,
in Frieden, draußen toben die Elemente, Jesus gibt sich selbst, göttlichen Odem, sanft, der uns belebt. Ja, das sind wir: Von Jesus belebt.

Ihnen allen Klarheit in der Passionszeit und fröhliche Ostertage!


Ihr Pfarrer Stephan Sunnus

Zum Titelbild:

Das Detail einer Zeichnung (Acryl auf Papier) des eher schillernden Künstlers
Andy Warhol aus dem Jahre 1986 hat mich in ihrer Skizzenhaftigkeit
begeistert. Ich habe darauf zurück gegriffen und das eucharistische Weinglas,
Brot und die geöffnete Hand Christi mit knappen Linien und Strichen
umrissen und dann etwas eingefärbt.

 

Gerhard Hust


 


Titelbilder zu den Gemeindebriefen - gemalt von G. Hust

  Segnender ChirstusGb 09/2015 Maria Magdalena  Johannes der Täufer
 

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